FDP Wülfrath

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Westdeutsche Zeitung vom 16. August 2019

Wülfrath 22 plus endlich mit Leben füllen

Wohnen, Arbeitsplätze und Mobilität stehen für den Vorsitzenden des FDP-Ortsvereins, Jürgen Merrath, ganz oben auf der Agenda.

„Das Top-Thema ist die Strategie Wülfrath 22 plus.“ Der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes, Jürgen Merrath, skizziert im WZ- Sommergespräch die Schwerpunkte der liberalen Politik in der Kalkstadt. Die Strategie sei richtig und gut, müsse aber endlich mit Leben gefüllt werden. Wohnen, Arbeitsplätze und Mobilität sind dabei die Stichworte für Jürgen Merrath.

Mit Blick aufs Wohnen täte sich nach der Änderung des Regionalplans etwas. Der Möglichkeit, mehr Baugebiete auszuweisen, stehe er positiv gegenüber, der Kommunikation darüber nicht, auch wenn in der nächsten Woche eine Info-Veranstaltung stattfinden wird. „Es gibt Kommunikationsprobleme bei der Stadt. Sie macht durchaus Gutes, ohne es den Bürgern angemessen zu erklären“, sagt Jürgen Merrath. Die erste Priorität sei nun, Lücken in der Innenstadt zu schließen. Die Strategie Wülfrath 22 plus habe ein großes Zeitfenster, genau wie der Regionalplan.

Brachliegende Flächen als Gewerbeflächen nutzen

„Die Leute kommen nur dann nach Wülfrath, wenn es Arbeitsplätze gibt“, ist sich Jürgen Merrath sicher. Zu diesem Thema habe er aber seit dem Beschluss über Wülfrath 22 plus noch nichts von der Verwaltung gehört. Sie habe keine Ideen kundgetan. „Wir müssen schauen, dass wir zusätzliche Gewerbegebiete schaffen. Wenn es nicht über Quantität geht, dann eben über Qualität“, sagt der FDP-Ortsverbandsvorsitzende. „Wo liegen brachliegende Flächen, aus denen man eventuell mehr machen kann?“, fragt er rhetorisch. Zudem verstehe er nicht, warum in den leerstehenden Gebäuden niemand untergebracht werden kann.

In Bezug auf die Mobilität hält es Jürgen Merrath für besonders wichtig, Pendeln zu ermöglichen. „Wenn wir bei den Arbeitsplätzen limitiert sind, müssen wir wenigstens in Sachen ÖPNV und S-Bahn-Anschluss optimal aufgestellt sein. Ein Ausbau des Nahverkehrs könne dazu führen, dass Bürger nach Wülfrath gelockt werden können.

Jürgen Merrath findet es großartig, dass sich so viele Menschen in Wülfrath ehrenamtlich engagieren. Foto: NN

„Ich mag den Begriff Schlafstadt nicht. Aber wenn viele Pendler nach Wülfrath ziehen, werden sie auch in Wülfrath einkaufen und Gaststätten besuchen“, meint der Liberale. Die Einkommenssteuereinnahmen täten der Stadt gut, weil diese planbarer seien, als die Gewerbesteuereinnahmen. Das Verhältnis dieser städtischen Einnahmequellen sei mittlerweile gleich. Der Haken am neuen Regionalplan sei aber, dass dieser sehr einseitig auf Einfamilienhäuser ausgerichtet sei. Sozialwohnungen spielten überhaupt keine Rolle. „Es muss aber eine Mischung geben“, betont Jürgen Merrath. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum sei groß in der Stadt. Außerdem habe Wülfrath viele anerkannte Flüchtlinge, die ebenfalls auf Wohnungssuche sind. „Wenn die Unterkünfte an der Fortunastraße nicht mehr benötigt werden, warum soll man dann dort nicht preisgebundene Mietwohnungen anbieten?“, so eine Vorstellung des Liberalen.

In Sachen Klimaschutz hält Jürgen Merrath es für unglücklich, dass die Liberalen an den Pranger gestellt würden. „Wir haben sehr viel für den Klimaschutz gemacht und keiner will es wahrhaben“, sagt der FDP-Ortsverbandsvorsitzende. Dazu zähle zum Beispiel der Vorschlag, Verbrennungsmotoren nicht zu verbieten, sondern synthetische Kraftstoffe zu entwickeln. Von E-Autos hält er wegen der derzeitigen Situation um die Herstellung der Batterien nicht viel.Er kann sich aber zukünftig Busse vorstellen, die mit Wasserstoff angetrieben werden.

Über die Initiative „Fridays for Future“ (FFF) sagt Jürgen Merrath, dass er es großartig finde, dass die jungen Menschen es geschafft haben, dieses für alle wichtige Thema Klimaschutz nach vorne zu bringen, „auch wenn ich von manchen Ideen nicht so überzeugt bin“. Das parteiübergreifende Massnahmenpaket sei eine tolle Leistung, „die wir FFF zu verdanken haben.“ Damit sei viel mehr erreicht, als den Klimanotstand auszurufen.

Ein großes Plus für Wülfrath sei, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren. „Das finde ich großartig.“

Zum Thema Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr hat Jürgen Merrath klare Vorstellungen. „Ich lasse mich nicht aufstellen. Da ich dieses Amt nicht anstrebe, wäre es unehrlich.“ Aber: „Wenn jemand von uns Interesse anmelden würde, hätte ich kein Problem.“ Die FDP warte aber erst einmal ab, was die anderen Parteien machen. „Vielleicht unterstützen wir auch einen Kandidaten einer anderen Partei.“ Dies wiederum könnte der CDU helfen.

Täglich ME vom 29. Juli 2019

„Wann sorgt die Stadtverwaltung endlich für Transparenz?“

Von Thomas Reuter

“Wohnen am Rhein”: Bis Ende September können Bürger und Stadt Bedenken und Anregungen laut FDP äußern. Vorsitzender Merrath beklagt, die Stadt die Bürger zu wenig informiert.

Von den Höhen des Metzgeshauses Weges hinab zu In den Eschen könnte auch Baugebiet “Wohnen am Rhein” entstehen. Bedenken müssen bei der Bezirksregierung bis Ende September 2019 eingereicht werden. Foto: TME

Jürgen Merrath, Vorsitzender des FDP-Ortsvereins, ist ungehalten. Es geht um die Pläne „Wohnen am Rhein“, mit dem das Land Wülfrath an vier Standorten im Stadtgebiet mehr als 20 Hektar Wohnbaufläche ermöglichen möchte. Dabei geht es Merrath, wie er im TME-Gespräch sagt, gar nicht um ein Pro oder Contra zum jetzigen Zeitpunkt, „sondern darum, dass die Stadt alles vermissen lässt, was für Erklärung sorgen könnte“. Dabei, betont er, dränge die Zeit. Denn bis Ende September müssten sich Bürger und Stadt erklären und Stellung beziehen.

Das Thema Wohnen und dazu die Einbindung der Wülfrather Bevölkerung ist ihm „wirklich wichtig“.  Nachdem nun am 27. Juni der Regionalrat das Verfahren zur ersten Regionalplanänderung offiziell mit dem Erarbeitungsbeschluss gestartet habe, „ist jetzt die planende Verwaltung beauftragt sich mit den Menschen in der Region und ihren Institutionen über die Planung zu verständigen“, so Merrath zum Stand der Dinge. (Siehe dazu auch: https://www.brd.nrw.de/planen_bauen/regionalplan/rpdaenderungen/01rpdaen.html)

Bis zum 30. September 2019 können laut Merrath Anregungen und Bedenken bei der Bezirksregierung eingereicht werden. „Die Städte und Gemeinden müssten dazu bereits formal zur Stellungnahme aufgefordert worden sein“, so seine Einschätzung. Seine Bedenken: „Wie sollen sich die Bürger erklären, wenn ihre Stadt bisher keine Anstrengungen unternommen hat, ihre Bürger über die Pläne und Möglichkeiten zur Stellungnahme zu informieren?“ Es fehle einfach an Transparenz.

Konkret geht es Merrath um diese Aspekte: Wann und wie beabsichtigt die Stadt Wülfrath die Bürgerinnen und Bürger über den derzeitigen Sachstand und den weiteren Ablauf „Änderung des Regionalplans“ zu informieren bzw. sogar mit einzubinden? An welche konkreten Entscheidungen hat die Verwaltung denn gedacht, die jetzt noch von den politischen Gremien zu fassen wären? Und wie sollen diese bis 30. September zustande kommen, wenn bis dahin nur noch am 17. September der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung tagt und der Rat erst am 1. Oktober wieder zusammenkommt?

Oberer Flehenberg, Am Wasserturm, In den Eschen und in Düssel weist die Änderung des Regionalplans neue Wohnbaugebiete aus – mehr als 20 Hektar. In Düssel ist bereits eine Bürgerinitiative aktiv. Vom Flehenberg gab es in der letzten Ratssitzung erste kritische Nachfragen.

Dass das Verfahren – auch mit Unterstützung aus dem Wülfrather Rathaus – schon weiter gediehen sein könnte, mutmaßt Merrath. So habe die Stadt Wülfrath für Düssel-West den Zuschlag zur Teilnahme am europäischen Architekten-Wettbewerb „­European 15“ (Start: 22. März, Abgabe: 28. Juli, Bekanntgabe des Sieger-Entwurfs: 22. Dezember) erhalten. Merrath: „Wann sorgt die Stadtverwaltung endlich für Transparenz?“

Westdeutsche Zeitung vom 21. August 2018

Rheinische Post vom 12. März 2018

Täglich ME vom 11. März 2018


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